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Schmerzbereiche · Ellenbogen & Hand

Golferarm (Epicondylitis medialis)

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 13.06.2026

Schmerz an der Ellenbogeninnenseite beim Greifen und Beugen – eine gereizte Sehne, die mit Belastungssteuerung und Kräftigung wieder belastbar wird.

Schmerzbereiche – Golferarm (Epicondylitis medialis)

Worum geht es?

Der Golferarm – fachlich Epicondylitis medialis humeri – ist gewissermaßen der kleine Bruder des Tennisarms, nur auf der anderen Seite. Betroffen ist hier der Sehnenansatz an der Innenseite des Ellenbogens, wo die Muskeln entspringen, die das Handgelenk beugen und die Finger zur Faust schließen.

Wie beim Tennisarm steckt meist eine Überlastung dieser Sehne dahinter, kein dramatisches Geschehen. Der Name ist auch hier irreführend: Die wenigsten meiner Patientinnen und Patienten spielen Golf. Viel häufiger sind wiederkehrende Greif- und Beugebewegungen aus Beruf, Haushalt oder Hobby die Ursache.

Der Golferarm ist deutlich seltener als der Tennisarm, verläuft aber nach den gleichen Grundprinzipien – und das ist eine gute Nachricht, denn dieselben bewährten Ansätze helfen.

Wie beim Tennisarm gilt: In den allermeisten Fällen ist die Beschwerde gutartig und bessert sich im Verlauf. Sie erfordert selten einen Eingriff, dafür aber Verständnis für die Belastung – und etwas Geduld. Genau dabei möchte ich Sie unterstützen, statt Ihnen einfach zu sagen, Sie sollten den Arm schonen.

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Wie entsteht ein Golferarm?

Der Auslöser ist ein Ungleichgewicht zwischen dem, was die Sehne leisten soll, und dem, was sie gerade verträgt. Häufiges kraftvolles Zupacken, Schrauben, Hämmern, Tragen schwerer Taschen oder wiederholtes Beugen des Handgelenks reizen den inneren Sehnenansatz.

Wie bei anderen Sehnenüberlastungen handelt es sich weniger um eine klassische Entzündung als um einen Umbauprozess im Sehnengewebe. Deshalb genügt reines Schonen oft nicht – die Sehne braucht einen gezielten, gut dosierten Belastungsreiz, um sich zu festigen[1].

Begünstigend wirken eine plötzliche Steigerung der Belastung, fehlende Pausen sowie eine schwache Schulter- und Rumpfmuskulatur, die dem Arm zu wenig Stabilität gibt.

Ich erlebe oft, dass sich Beschwerden nach einem konkreten Ereignis bemerkbar machen – einem Umzug, einer intensiven Gartensaison oder einem neuen Hobby. Der Körper hatte schlicht keine Zeit, sich an die neue Beanspruchung zu gewöhnen. Das einzuordnen nimmt vielen die Sorge, etwas „kaputtgemacht" zu haben.

Typische Symptome

Im Vordergrund steht ein Druck- und Belastungsschmerz an der knöchernen Innenseite des Ellenbogens. Er verstärkt sich beim Beugen des Handgelenks gegen Widerstand, beim festen Zugreifen oder beim Tragen.

Manche spüren ein Ziehen, das in den inneren Unterarm bis zur Hand ausstrahlt, und bemerken, dass die Griffkraft nachlässt. Alltägliche Bewegungen wie Türklinken drücken oder eine volle Einkaufstasche heben können unangenehm werden.

Aufmerksam sollten Sie werden, wenn zusätzlich der Ring- und der kleine Finger kribbeln oder taub werden. Das kann auf eine Reizung des Ellennervs hindeuten, der innen am Ellenbogen verläuft, und gehört ärztlich abgeklärt.

Was Sie selbst tun können

Spüren Sie auf, welche Tätigkeiten die Beschwerden auslösen, und passen Sie diese vorübergehend an. Ziel ist nicht strikte Ruhe, sondern eine klügere Belastung: kürzere Einheiten, mehr Pausen, abwechslungsreichere Bewegungen[2].

Wie beim Tennisarm hilft langsames, kontrolliertes Kräftigen im schmerzarmen Bereich[3]. Üben Sie zum Beispiel das ruhige Beugen und Wiederablassen des Handgelenks mit einem leichten Gewicht. Wichtig ist, dass die Übung höchstens leicht ziehen, aber nicht stark schmerzen darf.

Eine gute Faustregel ist die „akzeptable Schmerzgrenze": Ein leichtes Ziehen während und kurz nach der Übung ist in Ordnung, solange es sich bis zum nächsten Tag wieder beruhigt. Verstärken sich die Beschwerden dagegen über Stunden deutlich, war die Belastung zu hoch – dann reduzieren wir das Gewicht oder die Wiederholungen.

Bei akuten Beschwerden kann Kühlen die Schmerzspitze nehmen. Entzündungshemmende Gele oder kurzfristige Schmerzmittel können das Wiedereinsteigen in die Bewegung erleichtern – Dosierung und Dauer klären Sie bitte ärztlich oder in der Apotheke.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie wir Ihnen helfen

Bei uns beginne ich mit einer genauen Bestandsaufnahme: Welche Bewegungen reizen den Ellenbogen, wie sind Kraft und Beweglichkeit, wie steht es um Schulter und Nacken? So finden wir gemeinsam die Stellschrauben für Ihren Alltag.

Mit manueller Therapie kann ich den Ellenbogen und das Handgelenk mobilisieren und die verspannte Beugemuskulatur des Unterarms behandeln. In der Krankengymnastik baue ich mit Ihnen Schritt für Schritt ein Kräftigungsprogramm auf, das die Sehne wieder belastbar macht und die gesamte Armkette stabilisiert.

Je nach Befund ergänze ich klassische Massage gegen die begleitenden Verspannungen, Kinesio-Tape zur Entlastung oder Wärme- und Fango-Anwendungen, um die Muskulatur lockerer und behandelbarer zu machen. Ich kann den Golferarm nicht wegzaubern, aber ich kann Sie eng begleiten, damit die Beschwerden nachlassen und seltener wiederkehren.

Wann ärztlich abklären?

Lassen Sie den Arm ärztlich untersuchen, wenn die Schmerzen über Wochen trotz Anpassung und Übungen bestehen bleiben, wenn der Ellenbogen anschwillt oder sich überwärmt, oder wenn Kribbeln, Taubheit und Kraftverlust – besonders im Ring- und Kleinfinger – hinzukommen.

Auch nach einem Sturz oder einer plötzlichen Verletzung gehört der Ellenbogen abgeklärt, um Knochen- oder Sehnenschäden auszuschließen.

Das rät Serena Sievers

Ich rate Ihnen, die Belastung zu steuern statt sie ganz wegzunehmen. Überlegen Sie konkret: Welche eine Bewegung tut am meisten weh – und wie kann ich genau die für ein paar Wochen reduzieren oder verändern?

Wenn zum Ellenbogenschmerz ein Kribbeln im Ring- und Kleinfinger kommt, sprechen Sie das bitte beim Arzt an. Das kann ein Hinweis auf den Ellennerv sein und sollte mitbedacht werden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zum Tennisarm?

Der Golferarm betrifft die Innenseite des Ellenbogens (Beugesehnen), der Tennisarm die Außenseite (Strecksehnen). Die Beschwerden und die Behandlung ähneln sich aber stark.

Darf ich mit Golferarm weiter Sport machen?

Oft ja, in angepasster Form. Belastungen, die starken Schmerz auslösen, sollten Sie vorübergehend reduzieren. Was im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen wir gerne gemeinsam.

Wie lange dauert die Heilung?

Das ist sehr individuell. Häufig bessern sich die Beschwerden über mehrere Wochen bis Monate. Geduld und konsequentes Üben sind dabei entscheidend.

Kann Physiotherapie helfen?

Physiotherapie kann die Beschwerden lindern und die Belastbarkeit der Sehne fördern. Heilung verspreche ich nicht, aber gute Begleitung auf dem Weg dorthin.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
Verfasst & fachlich geprüft von

Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. AWMF S2k-Leitlinie 033-019: Epicondylopathia radialis humeri (2019)
  2. NHS: Tennis elbow (2023)
  3. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Tennisarm und Golferarm