Spreiz- & Senkfuß (Fußgewölbeschwäche)
Beim Spreiz- und Senkfuß sinken die Fußgewölbe ab. Gezielte Fußgymnastik und gute Schuhe können Vorfuß und Längsgewölbe entlasten.

Worum geht es?
Der Fuß ist ein kleines Wunderwerk aus 26 Knochen, die durch Bänder und Muskeln zu zwei tragenden Bögen gespannt sind: einem Längsgewölbe an der Innenseite und einem Quergewölbe im Vorfuß. Diese Gewölbe federn jeden Schritt ab und verteilen das Körpergewicht gleichmäßig. Beim Senkfuß sinkt das Längsgewölbe ab, beim Spreizfuß das vordere Quergewölbe, sodass der Vorfuß breiter wird[2]. Beide Fehlstellungen treten häufig gemeinsam auf und werden dann, oft zusammen mit einem leichten Einknicken der Ferse nach innen, als Knick-Senk-Spreizfuß bezeichnet.
Diese Veränderungen sind weit verbreitet und nicht immer ein Problem. Viele Menschen haben abgeflachte Gewölbe, ohne je Beschwerden zu bekommen. Erst wenn die Gewölbe ihre stützende Funktion verlieren und die Last sich falsch verteilt, kommt es zu Überlastung und Schmerzen, vor allem im Mittel- und Vorfuß[1]. Der Spreizfuß ist außerdem ein häufiger Wegbereiter für andere Fußbeschwerden, weil die veränderte Belastung über die Zeit etwa einen Hallux valgus oder ein Morton-Neurom begünstigen kann.
Ich möchte Ihnen die gute Nachricht gleich mitgeben: In den meisten Fällen lässt sich ein Spreiz- und Senkfuß gut konservativ behandeln[2]. Mit Fußgymnastik, passendem Schuhwerk und bei Bedarf Einlagen kommen viele Menschen beschwerdearm durch den Alltag. Es geht dabei selten darum, einen perfekten Fuß zu formen, sondern darum, ihn so kräftig und belastbar zu machen, dass er seine Aufgaben wieder schmerzfrei erfüllt.
Ursachen & Risikofaktoren
Häufig liegt eine Schwäche der Fußmuskulatur, der Bänder und des Bindegewebes zugrunde, sodass die Gewölbe weniger gut gehalten werden[1][2]. Diese Schwäche kann angeboren sein oder sich im Lauf des Lebens entwickeln. Unsere Füße sind über Generationen für das Gehen auf natürlichem, wechselndem Untergrund gemacht. Der moderne Alltag mit festen Schuhen und glatten, harten Böden fordert die kleinen Fußmuskeln oft zu wenig, sodass sie an Kraft verlieren.
Begünstigend wirken Übergewicht, langes Stehen oder Gehen, vor allem auf harten Böden, sowie zu wenig Bewegung[1][2]. Auch ungeeignetes Schuhwerk verlagert das Gewicht ungünstig: Besonders hohe Absätze drücken das Körpergewicht nach vorne auf den Vorfuß und können so einen Spreizfuß fördern[2]. Enge Schuhe mit wenig Platz schränken zusätzlich die natürliche Arbeit der Zehen ein.
Mit zunehmendem Alter lässt die Spannkraft des Gewebes nach, und auch hormonelle Faktoren oder eine angelegte Bindegewebsschwäche spielen eine Rolle, weshalb Frauen häufiger betroffen sind. Häufig kommen mehrere dieser Faktoren über die Jahre zusammen. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn an vielen davon, allen voran an der Kraft der Fußmuskulatur, lässt sich gezielt arbeiten.
Typische Symptome
Beim Spreizfuß stehen Beschwerden im Vorfuß im Vordergrund. Viele Betroffene spüren zunächst nur ein leichtes Brennen oder Druckgefühl im Bereich der mittleren Zehengrundgelenke, das nach längerem Stehen oder Gehen zunimmt[1]. Oft bilden sich an der Fußsohle unter dem Vorfuß Schwielen.
Beim Senkfuß treten die Schmerzen eher an der Fußinnenseite, im Mittelfuß und teils unterhalb des inneren Knöchels auf, häufig nach längerer Belastung[3]. Manchmal kommt es dort auch zu einer Schwellung.
Die mittleren Zehengrundgelenke können durch den Spreizfuß gereizt und überlastet werden, was Schmerzen im Mittelfuß auslöst[3]. Weil die Gewölbeschwäche die Lastverteilung im ganzen Fuß verändert, kann sie über die Zeit weitere Fehlstellungen wie den Hallux valgus begünstigen[3].
Was Sie selbst tun können
Im Mittelpunkt steht die Kräftigung der Fußmuskulatur. Regelmäßige Fußgymnastik kann die Muskulatur stärken und so helfen, die Gewölbe wieder besser zu stützen[1][3]. Bewährt haben sich das Greifen eines Handtuchs mit den Zehen, das gezielte Aufrichten des Fußgewölbes durch leichtes Krallen der Zehen und der Zehenstand. Auch regelmäßiges Barfußlaufen auf wechselndem Untergrund trainiert die Füße.
Achten Sie auf flaches, ausreichend breites Schuhwerk und meiden Sie hohe Absätze, die den Vorfuß belasten[2]. Bei Beschwerden können Einlagen die Gewölbe stützen und den Vorfuß entlasten[3]. Sie sind aber kein Ersatz für aktive Übungen, denn ein dauerhaft passiv gestützter Fuß kann seine Muskulatur weniger trainieren.
Bei Übergewicht entlastet eine moderate Gewichtsabnahme die Füße zusätzlich. In akut schmerzhaften Phasen helfen Entlastung und das Kühlen gereizter Stellen. Wichtig ist, am Ball zu bleiben, denn die Kräftigung der Füße braucht Zeit und Regelmäßigkeit.
Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.
Wie wir Ihnen helfen
In meiner Praxis untersuche ich Ihre Fußgewölbe, die Fußmuskulatur und Ihr Gangbild und schaue, wo der Fuß unter Last nachgibt. So erkenne ich, welche Strukturen überlastet sind und woher Ihre Beschwerden kommen.
Auf dieser Grundlage stelle ich mit Ihnen ein gezieltes Programm zur Fußgymnastik zusammen und leite Sie genau an, damit Sie die Übungen sicher und wirksam zu Hause fortführen können. Ergänzend kann ich mit manuellen Techniken am Fuß und am umliegenden Gewebe arbeiten, um Beweglichkeit und Schmerzempfinden günstig zu beeinflussen.
Außerdem berate ich Sie zu Schuhwerk und zur Frage, ob Einlagen in Ihrem Fall sinnvoll sind und wie sie sich gut mit aktivem Training kombinieren lassen. Mein Ziel ist, dass Ihre Füße kräftiger und belastbarer werden und Sie im Alltag möglichst beschwerdearm unterwegs sind.
Wann ärztlich abklären?
Ein Spreiz- oder Senkfuß ist in aller Regel harmlos und gut konservativ zu behandeln. Lassen Sie den Fuß aber ärztlich beurteilen, wenn die Schmerzen stark sind, im Alltag deutlich einschränken oder sich trotz Übungen und passendem Schuhwerk über Wochen nicht bessern. Auch eine rasch zunehmende oder einseitige Abflachung des Gewölbes sollten Sie abklären lassen.
Aufmerksam werden sollten Sie bei einer Ferse, die gerötet, überwärmt und geschwollen ist, besonders zusammen mit Fieber, oder bei plötzlichen starken Schmerzen nach einem Sturz, denn dahinter können eine Entzündung oder eine Verletzung stecken. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen ist eine sorgfältige Fußkontrolle ohnehin wichtig. Welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, und ich arbeite begleitend und im Anschluss daran.
Bei Spreiz- und Senkfuß setze ich auf aktive Füße. Einlagen können in der akuten Phase entlasten, aber die nachhaltigste Wirkung sehe ich bei denen, die ihre Fußmuskulatur regelmäßig trainieren. Der Klassiker bei mir ist das Greifen eines Handtuchs mit den Zehen.
Gönnen Sie Ihren Füßen Barfußzeit auf wechselndem Untergrund und meiden Sie hohe Absätze, wo es geht. Das fordert die kleinen Fußmuskeln und unterstützt die Gewölbe oft mehr, als man erwartet.
Häufige Fragen
Sind Einlagen oder Übungen besser?
Beides hat seinen Platz. Einlagen können bei Beschwerden die Gewölbe stützen und den Vorfuß entlasten, vor allem in der akuten Phase. Übungen kräftigen dagegen die Muskulatur, die den Fuß aktiv hält. Ich kombiniere beides gern und lege langfristig viel Wert auf das aktive Training, damit der Fuß nicht allein auf die Stütze angewiesen ist.
Hängt der Spreizfuß mit dem Ballenzeh zusammen?
Ja, häufig. Beim Spreizfuß sinkt das vordere Quergewölbe ab und der Vorfuß wird breiter. Diese veränderte Belastung kann über die Zeit einen Hallux valgus begünstigen. Deshalb lohnt es sich, einen Spreizfuß frühzeitig durch Übungen und passendes Schuhwerk zu adressieren.
Welche Schuhe sind sinnvoll?
Flache, ausreichend breite Schuhe, die den Zehen Platz lassen, entlasten den Vorfuß. Hohe Absätze verlagern das Gewicht ungünstig nach vorne und sollten die Ausnahme bleiben. Barfußlaufen auf wechselndem Untergrund ist ein gutes natürliches Training für die Füße.
Kann man die Fußgewölbe wieder aufbauen?
Eine bereits abgesunkene Knochenstruktur lässt sich nicht einfach zurückformen. Aber durch kräftige Fußmuskulatur lässt sich die aktive Stütze der Gewölbe verbessern, und die Beschwerden gehen bei vielen Menschen deutlich zurück. Geduld und regelmäßiges Üben sind dabei entscheidend.
Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?
Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:
Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.



