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Schmerzbereiche · Knie

Bakerzyste (Kniekehlenzyste)

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 13.06.2026

Ein Spannungs- und Druckgefühl in der Kniekehle — warum die Zyste meist nur ein Hinweis auf ein anderes Knieproblem ist und wie sich das behandeln lässt.

Schmerzbereiche – Bakerzyste (Kniekehlenzyste)

Worum geht es?

Eine Bakerzyste — auch Poplitealzyste genannt — ist eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung der Gelenkkapsel im Bereich der Kniekehle[1]. Sie fühlt sich oft wie eine prall-elastische Beule auf der Rückseite des Knies an und kann ein Spannungs- oder Druckgefühl verursachen.

Ganz wichtig für das Verständnis: Eine Bakerzyste ist meist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Folgezeichen. Sie entsteht in der Regel, weil im Kniegelenk etwas anderes nicht stimmt und vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet wird[1]. Genau deshalb steht bei der Behandlung weniger die Zyste selbst im Fokus, sondern die Frage nach ihrer Ursache.

Bei Erwachsenen tritt sie besonders oft im Zusammenhang mit Verschleißerscheinungen des Kniegelenks auf, weshalb viele Betroffene zwischen 35 und 70 Jahre alt sind. Die Größe einer Zyste kann übrigens schwanken — mal ist sie deutlicher zu spüren, mal kaum. Das hängt eng damit zusammen, wie stark das Knie gerade gereizt ist.

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Wie entsteht sie?

Im gesunden Knie steht der Gelenkraum mit der Kniekehle über eine kleine Verbindung in Kontakt. Produziert das Knie aufgrund einer Reizung zu viel Gelenkflüssigkeit, kann sich diese nach hinten ausstülpen und dort eine Zyste bilden — ein wenig wie ein Überdruckventil[1].

Die häufigsten zugrunde liegenden Auslöser sind Verschleiß im Sinne einer Kniearthrose, Meniskusschäden, eine zurückliegende Kreuzbandverletzung oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis[1][2]. Liegt eine entzündlich-rheumatische Grunderkrankung vor, ist die fachärztliche Behandlung dieser Erkrankung zentral, und die Physiotherapie versteht sich hier als begleitende Maßnahme.

Diese Zusammenhänge erkläre ich meinen Patientinnen und Patienten gern ausführlich, weil sie oft entlasten: Die Zyste ist nicht der „Feind", den man bekämpfen muss, sondern eher die Anzeige eines Instruments. Sie verrät, dass im Knie etwas Aufmerksamkeit braucht. Sich darum zu kümmern, ist deutlich sinnvoller, als sich auf die Beule selbst zu fixieren.

Typische Symptome

Kleine Zysten bleiben oft unbemerkt. Größere können ein Spannungs-, Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Kniekehle verursachen, vor allem beim tiefen Beugen des Knies[1]. Manche bemerken eine tastbare Schwellung hinter dem Knie, die bei Belastung deutlicher wird.

Gelegentlich strahlen die Beschwerden in die Wade aus. Da eine geplatzte Zyste ähnliche Beschwerden machen kann wie eine Venenthrombose, ist bei plötzlichem, starkem Wadenschmerz mit Schwellung Vorsicht geboten — dazu mehr im letzten Abschnitt[1].

Was Sie selbst tun können

Da die Zyste meist ein Symptom ist, hilft es am meisten, das auslösende Knieproblem anzugehen. In ruhigen Phasen können Hochlagern, vorsichtiges Kühlen oder Wärme — je nachdem, was Ihnen guttut — sowie das Vermeiden stark belastender, tief beugender Bewegungen das Spannungsgefühl lindern[1].

Wichtig ist, das Knie dabei nicht ängstlich ruhigzustellen. Eine angepasste, regelmäßige Bewegung hält das Gelenk geschmeidig und die Muskulatur kräftig, was der Grunderkrankung — etwa einer Arthrose — guttut. Welche Bewegungsformen für Sie passen, hängt stark von der jeweiligen Ursache ab.

Gut geeignet sind oft gelenkschonende Bewegungsarten wie Radfahren auf dem Ergometer, Schwimmen oder zügiges Gehen, etwa beim Nordic Walking. Sie halten das Knie in Bewegung, ohne es stark zu stauchen. Vermeiden Sie in gereizten Phasen dagegen tiefe Kniebeugen und langes Verharren in der Hocke, weil dort der Druck in der Kniekehle besonders steigt.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie wir Ihnen helfen

Bei der Physiotherapie richte ich den Blick zuerst auf das Knie als Ganzes: Welche Grunderkrankung steckt vermutlich hinter der Zyste, und wie können wir das Gelenk insgesamt entlasten und stabilisieren? Eine ärztlich gesicherte Diagnose ist dabei die Grundlage unserer Arbeit.

In der Krankengymnastik und manuellen Therapie arbeite ich an Beweglichkeit, an einer kräftigen Beinmuskulatur und an einer guten Beinachse, um das Knie zu entlasten. Ist eine arthrosebedingte Reizung der Auslöser, kann eine sanfte Mobilisation den Gelenkreiz mindern. Bei entzündlich-rheumatischen Ursachen verstehe ich die Physiotherapie ausdrücklich als Begleitung zur ärztlichen Behandlung. Mein Anliegen ist, dass das Gelenk ruhiger wird, damit auch die Zyste weniger „nachgefüllt" wird.

Wann ärztlich abklären?

Eine Schwellung in der Kniekehle sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, um die Diagnose zu sichern und die Ursache zu finden. Dringend ärztlichen Rat brauchen Sie bei plötzlich auftretendem, starkem Schmerz in der Wade mit Schwellung, Rötung oder Überwärmung — das kann auf eine geplatzte Zyste, aber auch auf eine Venenthrombose hindeuten, die rasch behandelt werden muss[1]. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel abklären lassen.

Das rät Serena Sievers

Mein Rat: Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die Beule in der Kniekehle, sondern darauf, warum Ihr Knie gereizt ist. Wird die Ursache ruhiger, beruhigt sich meist auch die Zyste.

Bewegen Sie Ihr Knie regelmäßig und in einem angenehmen Bereich, statt es zu schonen. Ein bewegliches, gut umsorgtes Gelenk produziert erfahrungsgemäß weniger Reizflüssigkeit als ein steifes.

Häufige Fragen

Ist eine Bakerzyste gefährlich?

Meist nicht. Sie ist überwiegend harmlos, aber ein Hinweis auf ein anderes Knieproblem, das man abklären sollte. Vorsicht ist nur bei plötzlichem starkem Wadenschmerz mit Schwellung geboten — das gehört umgehend ärztlich untersucht.

Kann Physiotherapie die Zyste auflösen?

Versprechen kann ich das nicht. Physiotherapie zielt auf das auslösende Knieproblem. Beruhigt sich die Grunderkrankung, kann sich auch das Spannungsgefühl bessern — die Zyste selbst kann bleiben oder von allein zurückgehen.

Muss eine Bakerzyste operiert werden?

In den meisten Fällen nicht. Operiert wird eher selten und vor allem bei hartnäckigen Beschwerden, da Zysten danach häufig wiederkehren, wenn die Ursache bleibt. Diese Entscheidung trifft Ihr Ärzteteam.

Darf ich mit einer Bakerzyste Sport treiben?

Oft ja, in angepasster Form. Tief beugende oder stark stauchende Belastungen können das Spannungsgefühl verstärken. Was für Sie passt, richtet sich nach der Grunderkrankung — das besprechen wir individuell.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
Verfasst & fachlich geprüft von

Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Baker-Zyste
  2. MSD Manual Ausgabe für Patienten: Baker-Zysten