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Schmerzbereiche · Knie

Kniearthrose (Gonarthrose)

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 14.06.2026

Die Kniearthrose, medizinisch Gonarthrose, beschreibt den Verschleiß des Gelenkknorpels im Kniegelenk. Typisch sind ein Anlaufschmerz nach Ruhephasen und Schmerzen unter Belastung. Auch wenn sich abgenutzter Knorpel nicht zurückbilden lässt, kann viel für ein bewegliches und schmerzärmeres Knie getan werden. Bewegung, Kräftigung und ein gesundes Gewicht bilden die wissenschaftlich gut belegte Basistherapie. Ich begleite Sie in meiner Praxis mit einem auf Sie zugeschnittenen Trainingsweg.

Schmerzbereiche – Kniearthrose (Gonarthrose)

Was ist die Kniearthrose?

Die Kniearthrose, fachlich Gonarthrose, bezeichnet einen fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels im Kniegelenk. Der Knorpel überzieht die Gelenkflächen und wirkt wie ein Stoßdämpfer. Nutzt er sich ab, lässt seine Pufferfunktion nach, und das Gelenk wird empfindlicher gegenüber Belastung.

Arthrose ist nicht einfach eine Frage von Abnutzung allein. Beteiligt sind auch der darunterliegende Knochen, die Gelenkkapsel und phasenweise entzündliche Reizungen. Deshalb wechseln sich bei vielen Menschen beschwerdearme Zeiten mit Phasen ab, in denen das Knie stärker schmerzt oder anschwillt.

Wichtig ist die Botschaft, dass eine Kniearthrose nicht bedeutet, dass Bewegung schädlich wäre. Im Gegenteil ist regelmäßige, angepasste Bewegung eine der wichtigsten Maßnahmen, um den Knorpel mit Nährstoffen zu versorgen und das Gelenk funktionsfähig zu halten[2].

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Symptome

Ein typisches frühes Zeichen ist der Anlaufschmerz. Nach längerem Sitzen oder am Morgen fühlt sich das Knie zunächst steif an und schmerzt bei den ersten Schritten, bessert sich dann aber mit der Bewegung. Diese Steifigkeit nach Ruhepausen ist charakteristisch.

Mit der Zeit kommen Schmerzen unter Belastung hinzu, etwa beim Treppensteigen, bei längeren Wegen oder beim Bergabgehen. In fortgeschrittenen Stadien können die Beschwerden auch in Ruhe oder nachts auftreten und den Schlaf beeinträchtigen.

Manche Betroffene bemerken zudem Reibegeräusche im Knie, eine zeitweise Schwellung oder eine zunehmende Bewegungseinschränkung. Das Ausmaß der Beschwerden und der im Röntgenbild sichtbare Verschleiß stimmen dabei nicht immer überein.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Kniearthrose entsteht meist aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko zu, weil sich der Knorpel über die Jahre verändert. Auch eine familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen.

Ein wichtiger und beeinflussbarer Risikofaktor ist Übergewicht. Ein höheres Körpergewicht belastet die Kniegelenke stärker und wirkt sich darüber hinaus auch über Stoffwechselvorgänge ungünstig auf den Knorpel aus[1]. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann das Knie spürbar entlasten.

Begünstigend wirken außerdem frühere Verletzungen wie Meniskus- oder Kreuzbandschäden und Knochenbrüche in Gelenknähe sowie Beinachsenfehlstellungen wie ausgeprägte X- oder O-Beine. Auch eine schwache Oberschenkelmuskulatur kann das Gelenk weniger gut führen und schützen.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Ihre Knieschmerzen über längere Zeit bestehen, sich verschlimmern oder Ihren Alltag deutlich einschränken. So lässt sich die Diagnose stellen und ein passender Behandlungsweg planen.

Bitte lassen Sie das Knie zeitnah ärztlich untersuchen, wenn es nach einem Sturz oder einer Verdrehung stark schmerzt oder anschwillt, wenn es sich plötzlich blockiert und nicht mehr durchstrecken oder beugen lässt oder wenn es instabil wegknickt. Das kann auf eine zusätzliche Verletzung hinweisen.

Warnzeichen wie Fieber, eine deutliche Rötung, Überwärmung oder eine rasch zunehmende, starke Schwellung sollten umgehend ärztlich beurteilt werden. Diese Hinweise dienen Ihrer Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose.

Was Sie selbst tun können

Aktiv zu bleiben ist die wichtigste Maßnahme bei Kniearthrose. Bewegung kräftigt die Muskeln, die das Gelenk stabilisieren, und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen. Inaktivität dagegen schwächt die Muskulatur und kann die Beschwerden langfristig verstärken[3].

Gut geeignet sind gelenkschonende Ausdaueraktivitäten wie Radfahren, Schwimmen, Wassergymnastik oder zügiges Gehen, ergänzt durch gezieltes Krafttraining für die Oberschenkelmuskulatur. Wählen Sie ein Maß, das Ihnen gut tut, und steigern Sie die Belastung behutsam.

Wenn Übergewicht besteht, lohnt sich der Blick auf das Körpergewicht, denn bereits eine Gewichtsabnahme in der Größenordnung von etwa fünf Prozent kann die Kniegelenke entlasten und die Beweglichkeit verbessern. Entzündungshemmende Schmerzmittel können vorübergehend helfen, sollten aber mit ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.

Entscheidend für den Erfolg ist weniger die Intensität einer einzelnen Einheit als die Regelmäßigkeit. Ein moderates Programm, das Sie mehrmals pro Woche dauerhaft durchhalten, bringt mehr als ein zu ehrgeiziger Start, der bald wieder aufgegeben wird. Auch an Tagen mit etwas mehr Beschwerden müssen Sie nicht völlig pausieren, sondern können die Belastung einfach sanfter dosieren.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie ich Sie behandle

Die aktuelle Leitlinie zur Gonarthrose stellt die Eigenverantwortung und vor allem die Bewegung in den Mittelpunkt. Bewegungs- und Krafttraining sowie ein gesundes Körpergewicht gelten als Basistherapie mit hoher Empfehlung[1]. Genau an dieser Basis setze ich mit der Physiotherapie an.

Zu Beginn schaue ich mir Ihre Beinachse, Ihre Muskelkraft und Ihre Beweglichkeit an und höre, welche Bewegungen Ihnen im Alltag Schwierigkeiten machen. Daraus entwickle ich mit Ihnen ein individuelles Übungsprogramm, das Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer fördert und das wir Schritt für Schritt steigern.

Mit ergänzender manueller Therapie kann ich die Beweglichkeit unterstützen und Beschwerden lindern. Mein Ziel ist, dass Sie ein verlässliches Heimprogramm an die Hand bekommen und Vertrauen in die Belastbarkeit Ihres Knies gewinnen. So begleite ich Sie in meiner Praxis langfristig und mit einem klaren Plan.

Das rät Serena Sievers

Viele Menschen kommen mit der Sorge zu mir, Bewegung könnte ihr arthrotisches Knie weiter abnutzen. Diese Sorge nehme ich gern, denn das Gegenteil ist der Fall: Ein gut trainiertes Knie ist ein geschütztes Knie. Wir beginnen in einem Maß, das sich für Sie gut anfühlt, und steigern langsam. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, dann trägt das Training Sie weit.

Häufige Fragen

Ist Bewegung bei Kniearthrose nicht schädlich?

Nein, im Gegenteil. Bewegung kräftigt die stabilisierende Muskulatur und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und gilt als wichtigste Behandlung. Schädlich ist eher die Schonung, weil sie die Muskeln schwächt. Wichtig ist das richtige, individuell angepasste Maß.

Hilft Abnehmen bei Kniearthrose?

Ja. Übergewicht belastet die Kniegelenke und wirkt sich auch über den Stoffwechsel ungünstig aus. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme von etwa fünf Prozent kann die Knie entlasten und die Beweglichkeit verbessern.

Kann Physiotherapie eine Operation hinauszögern?

Eine gute konservative Behandlung mit Bewegung, Kräftigung und Gewichtsmanagement kann helfen, Beschwerden zu lindern und einen Gelenkersatz hinauszuzögern oder über längere Zeit zu vermeiden. Ob und wann eine Operation infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
Verfasst & fachlich geprüft von

Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. AWMF S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Gonarthrose (Register-Nr. 187-050)
  2. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Kniearthrose (Gonarthrose)
  3. Patientenleitlinie Prävention und Therapie der Gonarthrose (Deutsche Rheuma-Liga)