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Schmerzbereiche · Knie

Patellaspitzensyndrom (Springerknie)

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 13.06.2026

Stechender Schmerz an der Kniescheibensehne bei Sprüngen und Läufen — wie ein dosiertes Krafttraining die gereizte Sehne wieder belastbar macht.

Schmerzbereiche – Patellaspitzensyndrom (Springerknie)

Worum geht es?

Das Patellaspitzensyndrom, im Volksmund „Springerknie" und in der Fachsprache Patellatendinopathie genannt, ist eine schmerzhafte Reizung der Sehne, die Ihre Kniescheibe (Patella) mit dem Schienbein verbindet[2]. Der Schmerz sitzt fast immer ganz typisch direkt am unteren Pol der Kniescheibe, dort wo die Sehne ansetzt.

Der Name verrät schon viel: Besonders häufig trifft es Menschen, die ihre Kniestrecker oft und kräftig belasten — beim Springen, Abbremsen oder Beschleunigen. Volleyball, Basketball, Handball und auch das Laufen gehören zu den klassischen Auslösern. Es handelt sich nicht um einen Unfall, sondern um eine Überlastungsreaktion der Sehne, die sich über Wochen und Monate schleichend entwickelt.

Ich erlebe in meiner Praxis immer wieder, dass dieser allmähliche Verlauf unterschätzt wird. Weil am Anfang oft nur ein leichtes Ziehen spürbar ist, machen viele zunächst unverändert weiter — und genau dadurch hält der Reiz an. Je früher man die Belastung anpasst, desto unkomplizierter ist erfahrungsgemäß der weitere Weg.

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Wie entsteht es?

Eine Sehne ist eigentlich erstaunlich belastbar. Sie verträgt aber nur so viel, wie ihr Gewebe sich in den Erholungsphasen anpassen kann. Wenn die Belastung wiederholt höher ist als diese Anpassungsfähigkeit — etwa durch einen schnellen Trainingsaufbau, viele Sprünge auf hartem Boden oder neue Schuhe — gerät die Sehne in einen Reizzustand. Fachleute sprechen heute von einer Tendinopathie, weil im Gewebe vor allem Umbauvorgänge ablaufen und weniger eine klassische Entzündung.

Begünstigend wirken eine wenig kräftige Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur, eine geringe Beweglichkeit in Sprunggelenk oder Hüfte sowie eine ungünstige Sprung- und Landetechnik. Auch ein harter, ungewohnter Untergrund oder zu wenig Erholung zwischen intensiven Einheiten spielen häufig mit hinein. Oft kommen mehrere kleine Faktoren zusammen, bis die Sehne irgendwann „die Reißleine zieht".

Wichtig ist mir, dass Sie das nicht als persönliches Versagen verstehen. Eine Tendinopathie ist kein Zeichen dafür, dass Sie etwas grundlegend falsch gemacht hätten — sie zeigt schlicht, dass Belastung und Erholung gerade nicht im Gleichgewicht waren. Und genau dieses Gleichgewicht lässt sich wieder herstellen.

Typische Symptome

Das Leitsymptom ist ein gut lokalisierbarer Schmerz an der Kniescheibenspitze. Anfangs spüren ihn viele nur zu Beginn der Belastung, danach „läuft es sich warm". Schreitet die Reizung fort, schmerzt es auch während und nach dem Sport, später sogar beim Treppensteigen oder langen Sitzen mit gebeugtem Knie[3].

Charakteristisch ist auch ein Druckschmerz, wenn man gezielt auf den unteren Rand der Kniescheibe drückt. Eine sichtbare Schwellung gehört meist nicht zum Bild — anders als bei einer Verletzung im Gelenk selbst.

Was Sie selbst tun können

Das Wichtigste vorweg: Komplette Ruhigstellung ist bei Sehnenproblemen selten der richtige Weg. Sehnen brauchen Belastung, um wieder belastbar zu werden — nur eben die richtige Dosis. Reduzieren Sie zunächst die schmerzauslösenden Spitzenbelastungen wie Sprünge und passen Sie Ihr Trainingsvolumen an, statt ganz zu pausieren.

Als Kernbaustein gilt ein dosiertes Krafttraining der Kniestreckmuskulatur, häufig mit langsamen oder exzentrischen Übungen wie der „Decline Squat". Bei dieser Belastungsform spannen Sie den Muskel an, während er nachgibt. Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirksamkeit solcher Übungen ist allerdings begrenzt und noch nicht eindeutig[1] — in der Praxis erlebe ich dennoch oft gute Fortschritte, wenn das Training individuell angepasst und konsequent durchgehalten wird. Wichtig ist Geduld: Sehnen reagieren langsam, und konservative Maßnahmen sollten über mehrere Monate gegeben werden.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie wir Ihnen helfen

Bei uns beginne ich mit einer genauen Bestandsaufnahme: Wo genau sitzt der Schmerz, wie reagiert die Sehne auf Belastung, und welche Faktoren in Ihrem Training oder Alltag spielen mit hinein? Daraus leite ich gemeinsam mit Ihnen einen Belastungs- und Trainingsplan ab, der sich an Ihrem aktuellen Schmerzniveau orientiert.

In der Krankengymnastik und Sportphysiotherapie arbeite ich an der gezielten Kräftigung von Oberschenkel und Hüfte, an der Beweglichkeit und an Ihrer Sprung- und Landetechnik. Begleitend setze ich je nach Befund manuelle Techniken, Faszienarbeit mit der Blackroll oder ein Kinesio-Tape ein, um die Belastung zu steuern. Mein Ziel ist, dass Sie Schritt für Schritt wieder zu Ihrem Sport zurückfinden — und vor allem, dass Sie verstehen, wie Sie Ihre Sehne selbst belastbar halten.

Wann ärztlich abklären?

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn der Schmerz nach einem akuten Ereignis plötzlich sehr stark auftritt, wenn das Knie deutlich anschwillt, sich heiß anfühlt oder Sie es kaum noch strecken können — das passt nicht zum typischen Springerknie und sollte abgeklärt werden. Auch wenn die Beschwerden trotz konsequenter Eigenübungen über Monate gar nicht besser werden, lohnt sich eine fachärztliche Untersuchung, etwa um die Diagnose zu sichern.

Das rät Serena Sievers

Mein wichtigster Rat: Hören Sie nicht komplett mit der Bewegung auf, sondern dosieren Sie sie. Ein leichter, in den nächsten 24 Stunden wieder abklingender Reiz beim Training ist meist in Ordnung — zunehmender oder lang anhaltender Schmerz ist Ihr Stoppsignal.

Ich rate Ihnen, Trainingsumfänge nicht in großen Sprüngen zu steigern. Lieber kleine, regelmäßige Schritte über Wochen — Sehnen mögen Verlässlichkeit lieber als Heldentaten am Wochenende.

Häufige Fragen

Darf ich mit einem Springerknie weiter Sport machen?

Oft ja, aber in angepasster Dosis. Reduzieren Sie vor allem Sprünge und abruptes Abbremsen und steigern Sie wieder langsam. Wenn der Schmerz während der Belastung deutlich zunimmt oder am Folgetag anhält, war es zu viel.

Helfen Spritzen oder Kortison?

Spritzen werden teils eingesetzt, ersetzen aber kein Belastungstraining. Im Vergleich von Übungstherapie und Glukokortikoid-Injektionen zeigte sich kein klarer Vorteil für die Spritze [1]. Solche Entscheidungen gehören in ärztliche Hand.

Wie lange dauert es, bis die Beschwerden besser werden?

Das ist sehr individuell. Sehnen passen sich langsam an, deshalb sollten Sie mit mehreren Monaten rechnen. Geduld und Konsequenz beim Training zahlen sich erfahrungsgemäß mehr aus als kurzfristige Maßnahmen.

Sind Faszienrolle oder Dehnen sinnvoll?

Sie können sich angenehm anfühlen und die Beweglichkeit unterstützen, sind aber kein Ersatz für ein gezieltes Krafttraining der Sehne. Ich kombiniere beides je nach Befund.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
Verfasst & fachlich geprüft von

Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. Cochrane: Do strengthening exercises help in the treatment of people with patellar tendinopathy (jumper's knee)? (2025)
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): ICD M76.5 – Tendinitis der Patellarsehne (Patellaspitzensyndrom)
  3. MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Patellaspitzensyndrom (Springerknie)