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Schmerzbereiche · Nacken & HWS

Spannungskopfschmerz

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 14.06.2026

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form von Kopfschmerz. Er fühlt sich dumpf und drückend an, oft wie ein zu enges Band um den Kopf, und betrifft meist beide Seiten. Die gute Nachricht: Er ist nicht gefährlich, und Sie können selbst viel dazu beitragen, dass er seltener wird. Ich erkläre Ihnen hier die Hintergründe und wie ich Sie mit Physiotherapie unterstütze.

Schmerzbereiche – Spannungskopfschmerz

Was ist Spannungskopfschmerz?

Der Kopfschmerz vom Spannungstyp ist die mit Abstand häufigste Kopfschmerzform. Die meisten Menschen kennen ihn aus eigener Erfahrung. Charakteristisch ist ein dumpfer, drückender oder ziehender Schmerz, der typischerweise beide Kopfseiten betrifft und sich oft wie ein enges Band oder ein Helm anfühlt.

Anders als bei der Migräne ist der Schmerz meist leicht bis mittelstark und verstärkt sich nicht durch normale körperliche Aktivität wie Treppensteigen. Auch Übelkeit oder eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche gehören in der Regel nicht dazu. Das hilft, ihn von anderen Kopfschmerzarten zu unterscheiden.

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden eine episodische Form, die nur an einzelnen Tagen auftritt, von einer chronischen Form mit Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat über mehrere Monate. Die Übergänge sind fließend. Wichtig ist, frühzeitig gegenzusteuern, damit aus gelegentlichen Beschwerden kein Dauerzustand wird.

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Symptome

Der Schmerz wird als drückend oder beengend beschrieben, selten als pochend. Er liegt häufig über der Stirn, an den Schläfen oder zieht vom Nacken zum Hinterkopf. Viele Betroffene spüren ihn beidseitig und gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt.

Begleitend ist die Muskulatur im Nacken-, Schulter- und Kopfbereich oft verspannt und druckempfindlich. Manche Menschen fühlen sich müde, abgespannt oder leicht reizbar. Die Konzentration kann leiden, doch der Alltag bleibt in den meisten Fällen möglich.

Eine einzelne Episode kann von einer halben Stunde bis zu mehreren Tagen dauern. Treten die Kopfschmerzen sehr häufig auf, verändern sie sich in ihrem Charakter oder kommen ungewohnte Symptome hinzu, sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob tatsächlich ein Spannungskopfschmerz vorliegt.

Ursachen & Risikofaktoren

Die genauen Ursachen des Spannungskopfschmerzes sind bis heute nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken, darunter eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Verspannungen der Nacken- und Kaumuskulatur und eine gestörte Schmerzverarbeitung im Nervensystem[1].

Stress gilt als einer der wichtigsten Auslöser. Auch Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, zu wenig Trinken, langes Sitzen in ungünstiger Haltung und Bewegungsmangel können Episoden begünstigen. Häufig sind es Phasen besonderer Anspannung, in denen sich die Kopfschmerzen häufen.

Ein eigenes Problem entsteht, wenn Schmerzmittel zu häufig eingenommen werden. Werden Schmerz- oder Migränemittel an zu vielen Tagen im Monat geschluckt, kann daraus ein eigener Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch werden[2]. Deshalb ist ein bewusster, zurückhaltender Umgang mit Schmerztabletten so wichtig.

Wann zur Ärztin/zum Arzt?

Gelegentlicher Spannungskopfschmerz ist harmlos. Sie sollten aber ärztlichen Rat suchen, wenn die Kopfschmerzen neu und ungewohnt sind, plötzlich sehr heftig auftreten, sich rasch verschlimmern oder von Fieber, Nackensteife, Sehstörungen, Lähmungen oder Verwirrtheit begleitet werden.

Auch wenn Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf auftreten, immer häufiger werden oder Sie an mehr als zehn Tagen im Monat zu Schmerzmitteln greifen, gehört das ärztlich abgeklärt. Eine Ärztin oder ein Arzt kann andere Ursachen ausschließen und die Diagnose sichern.

Bei häufigen oder chronischen Kopfschmerzen lohnt es sich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Darin notieren Sie, wann die Schmerzen auftreten, wie stark sie sind und welche Medikamente Sie eingenommen haben. Das hilft enorm, Auslöser zu erkennen und die Behandlung gezielt zu steuern.

Was Sie selbst tun können

Regelmäßiger, moderater Ausdauersport gehört zu den am besten belegten Maßnahmen gegen Spannungskopfschmerzen. Schon lockeres Joggen, Schwimmen, Radfahren oder zügiges Spazierengehen mehrmals pro Woche kann die Häufigkeit der Episoden verringern[1]. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Intensität.

Bei der chronischen Form sind Entspannungsverfahren gut wirksam, allen voran die Progressive Muskelentspannung[1]. Auch ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus, ausreichend Trinken, regelmäßige Mahlzeiten und Pausen am Bildschirm helfen vorbeugend. Ein bewusster Umgang mit Stress senkt die Anspannung, die viele Kopfschmerzen mitträgt.

Im akuten Anfall kann äußerlich aufgetragenes Pfefferminzöl an Stirn und Schläfen lindernd wirken[3]. Es ist nicht für kleine Kinder geeignet und sollte nicht in die Augen gelangen. Schmerzmittel können kurzfristig helfen, sollten aber an höchstens etwa zehn Tagen im Monat eingenommen werden, um keinen neuen Kopfschmerz zu erzeugen.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie ich Sie behandle

Viele Spannungskopfschmerzen hängen eng mit Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zusammen. In meiner Praxis für Physiotherapie setze ich genau hier an. Zunächst taste ich die Muskulatur ab und prüfe die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, um Ihre persönlichen Spannungspunkte zu finden.

Mit gezielten manuellen Techniken, vorsichtigen Massagegriffen und Wärme löse ich verhärtete Muskeln und verbessere die Durchblutung. Ergänzend zeige ich Ihnen Dehn- und Kräftigungsübungen für Nacken und Schultern sowie einfache Entspannungstechniken, die Sie jederzeit selbst anwenden können.

Physiotherapie ist dabei ein Baustein in einem größeren Bild. Bei häufigen oder chronischen Kopfschmerzen arbeite ich gern mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zusammen, damit Bewegung, Entspannung und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung gut ineinandergreifen. So lässt sich oft eine spürbare Entlastung erreichen.

Das rät Serena Sievers

Mein wichtigster Rat bei Spannungskopfschmerz lautet, nicht reflexartig zur Tablette zu greifen, sondern bei den Ursachen anzusetzen. In der Physiotherapie sehe ich oft, wie sehr regelmäßige Bewegung und gelöste Nackenmuskeln die Häufigkeit senken. Ich begleite Sie gern dabei, eine Routine zu finden, die in Ihren Alltag passt, und achte mit Ihnen darauf, dass Schmerzmittel die Ausnahme bleiben.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Spannungskopfschmerz von Migräne?

Spannungskopfschmerz ist meist beidseitig, dumpf-drückend und verstärkt sich nicht durch Bewegung. Migräne ist häufig einseitig, pochend und wird oft von Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet. Bei Unsicherheit hilft eine ärztliche Einordnung.

Hilft Sport wirklich gegen Kopfschmerzen?

Ja. Regelmäßiger, moderater Ausdauersport zählt zu den am besten belegten vorbeugenden Maßnahmen und kann die Häufigkeit von Spannungskopfschmerzen verringern. Entscheidend ist, dass Sie ihn regelmäßig und in für Sie angenehmer Intensität ausüben.

Darf ich bei Kopfschmerzen einfach Schmerzmittel nehmen?

Kurzfristig können Schmerzmittel sinnvoll sein. Werden sie jedoch an mehr als etwa zehn Tagen im Monat eingenommen, kann ein eigener Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch entstehen. Halten Sie sich an diese Grenze und sprechen Sie bei häufigen Beschwerden ärztlichen Rat an.

Kann Physiotherapie bei Kopfschmerzen helfen?

Wenn Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich beteiligt sind, kann Physiotherapie die Beschwerden lindern. Manuelle Techniken, Massage und gezielte Übungen lösen Muskelspannung und ergänzen Bewegung und Entspannung als Teil eines Gesamtkonzepts.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
Verfasst & fachlich geprüft von

Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. DGN/DMKG: S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp (AWMF 030-077)
  2. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Spannungskopfschmerzen
  3. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Patienteninformation Spannungskopfschmerz