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Schmerzbereiche · Schulter

Frozen Shoulder (Schultersteife)

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 14.06.2026

Die Frozen Shoulder, fachlich adhäsive Kapsulitis oder Schultersteife, ist eine Erkrankung, bei der die Gelenkkapsel der Schulter sich entzündet, schrumpft und versteift. Sie verläuft in mehreren Phasen, vom schmerzhaften Einfrieren über die eingefrorene Steife bis zum allmählichen Auftauen, und kann sich über viele Monate bis Jahre hinziehen. Mit Geduld und einer phasengerechten Physiotherapie lässt sich dieser Weg gut begleiten. Genau das ist mir in meiner Praxis wichtig.

Schmerzbereiche – Frozen Shoulder (Schultersteife)

Was ist die Frozen Shoulder?

Die Frozen Shoulder bezeichnet eine Erkrankung der Schultergelenkkapsel. Bei der adhäsiven Kapsulitis entzündet sich die Kapsel, die das Gelenk umhüllt, und schrumpft im Verlauf zusammen. Dadurch wird die Schulter zunehmend steif und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, oft in alle Richtungen.

Typisch ist, dass die Erkrankung in Phasen abläuft. Auf eine schmerzhafte Einfrierphase folgt eine Phase der ausgeprägten Steife und schließlich eine Auftauphase, in der die Beweglichkeit langsam zurückkehrt. Dieser gesamte Verlauf kann mehrere Monate bis zu zwei oder drei Jahre dauern[3].

Man unterscheidet eine primäre Form, die ohne erkennbare Ursache entsteht, von einer sekundären Form, die zum Beispiel nach einer Verletzung, einer Operation oder längerer Ruhigstellung auftritt. Die Schultersteife betrifft besonders häufig Menschen im mittleren Lebensalter und Frauen etwas öfter als Männer.

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Symptome

In der ersten Phase, der Einfrierphase, steht der Schmerz im Vordergrund. Er tritt sowohl bei Bewegung als auch in Ruhe auf und ist nachts oft besonders störend. Schon in dieser Phase beginnt die Beweglichkeit der Schulter sich einzuschränken.

In der zweiten Phase, der Steifephase, lässt der Ruheschmerz häufig allmählich nach, dafür steht nun die ausgeprägte Bewegungseinschränkung im Vordergrund. Alltägliche Bewegungen wie das Greifen nach hinten, das Anheben des Arms oder das Anziehen einer Jacke fallen dann sehr schwer.

In der dritten Phase, der Auftauphase, kehrt die Beweglichkeit nach und nach zurück. Diese Phase verläuft langsam und erfordert viel Geduld. Insgesamt ist der zeitliche Verlauf von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Ursachen & Risikofaktoren

Bei der primären Frozen Shoulder lässt sich oft keine konkrete Ursache finden. Man geht von einem entzündlichen Prozess in der Gelenkkapsel aus, der zu deren Schrumpfung führt. Warum dieser bei manchen Menschen einsetzt, ist nicht vollständig geklärt.

Ein erhöhtes Risiko besteht bei Menschen mit Diabetes mellitus sowie bei Erkrankungen der Schilddrüse[1]. Auch nach einer längeren Ruhigstellung der Schulter, etwa nach einer Verletzung oder Operation, kann sich eine sekundäre Schultersteife entwickeln.

Die Erkrankung tritt gehäuft im mittleren Erwachsenenalter auf. Eine ausgeprägte, schmerzbedingte Schonung der Schulter kann die Versteifung zusätzlich begünstigen. Deshalb ist eine sorgfältig dosierte Bewegung ein wichtiger Teil der Begleitung.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn die Schulter zunehmend steif wird und sich in mehrere Richtungen schlechter bewegen lässt. So kann die Ursache eingeordnet und die Schultersteife von anderen Erkrankungen wie einem Sehnenriss oder einer Arthrose unterschieden werden[2].

Bitte lassen Sie eine plötzliche, deutliche Bewegungsblockade, starke anhaltende Schmerzen oder Beschwerden, die nach einem Sturz oder Unfall auftreten, ärztlich beurteilen. Auch eine erstmalige Versteifung im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen sollte abgeklärt werden.

Warnzeichen wie Fieber, eine deutliche Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Gelenks gehören ebenfalls in ärztliche Hände. Diese Hinweise helfen Ihnen, den richtigen Zeitpunkt für eine Untersuchung zu erkennen, und ersetzen keine Diagnose.

Was Sie selbst tun können

Bei der Frozen Shoulder ist das richtige Maß an Bewegung entscheidend. In der schmerzhaften Einfrierphase steht die Schmerzberuhigung im Vordergrund. Hier ist es sinnvoll, die Schulter im schmerzarmen Bereich behutsam zu bewegen, ohne sie in den Schmerz hineinzuzwingen.

Forciertes, schmerzhaftes Dehnen kann die Entzündung in der akuten Phase eher verstärken und ist daher nicht ratsam[1]. In der Steife- und der Auftauphase rücken dann sanfte, regelmäßig durchgeführte Mobilisationsübungen stärker in den Vordergrund, um die Beweglichkeit zu fördern.

Hilfreich ist es, die erlernten Übungen mehrmals täglich in kleinen Einheiten durchzuführen, statt selten und mit großer Anstrengung. Wärme kann vor den Übungen als angenehm empfunden werden. Vor allem aber braucht dieser Verlauf Geduld, denn die Schulter erholt sich langsam.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie ich Sie behandle

Meine physiotherapeutische Behandlung richtet sich nach der Phase, in der sich Ihre Schulter befindet. In der schmerzhaften Einfrierphase liegt mein Schwerpunkt darauf, Schmerzen zu lindern und die Schulter im verträglichen Bereich beweglich zu halten, ohne den Reizzustand zu verstärken.

In der Steife- und Auftauphase setze ich vermehrt auf manuelle Therapie und gezielte Mobilisation, um die Beweglichkeit Schritt für Schritt zu verbessern. Ergänzend leite ich Sie zu einem Heimprogramm an, das sich gut in Ihren Alltag einfügt und das Sie sicher anwenden können.

Mir ist wichtig, dass Sie den langen Verlauf dieser Erkrankung verstehen und realistische Erwartungen entwickeln. In meiner Praxis begleite ich Sie mit Ruhe und Verlässlichkeit durch alle Phasen, damit Ihre Schulter am Ende wieder frei beweglicher wird.

Das rät Serena Sievers

Die Frozen Shoulder verlangt vor allem eines: Geduld. Ich weiß, wie zermürbend ein Verlauf über viele Monate sein kann. Deshalb passe ich die Übungen konsequent an die jeweilige Phase an und dränge Sie nie in den Schmerz hinein. Gemeinsam halten wir die Schulter so beweglich, wie sie es gerade zulässt, und begleiten den Weg bis zum Auftauen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Frozen Shoulder?

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und kann sich über mehrere Monate bis zu zwei oder drei Jahre erstrecken. Die Erkrankung durchläuft dabei eine Einfrier-, eine Steife- und eine Auftauphase. Eine phasengerechte Begleitung kann helfen, diese Zeit besser zu bewältigen.

Soll ich die steife Schulter trotz Schmerz kräftig dehnen?

Forciertes, schmerzhaftes Dehnen ist vor allem in der entzündlichen Einfrierphase nicht ratsam, weil es den Reizzustand verstärken kann. Sinnvoller ist eine sanfte Bewegung im schmerzarmen Bereich. Die Dosierung passen wir gemeinsam an Ihre aktuelle Phase an.

Wer ist häufiger von der Frozen Shoulder betroffen?

Die Schultersteife tritt gehäuft im mittleren Lebensalter auf und betrifft Frauen etwas öfter. Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem bei Diabetes mellitus und Schilddrüsenerkrankungen sowie nach längerer Ruhigstellung der Schulter.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
Verfasst & fachlich geprüft von

Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. AWMF S2e-Leitlinie Schultersteife (Register-Nr. 187-020)
  2. AWMF Leitlinienregister: S2e-Leitlinie Schultersteife (Detailseite)
  3. Frozen Shoulder, Übersicht in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin