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Schmerzbereiche · Schulter

SLAP-Läsion (Riss der Gelenklippe an der Schulter)

Autorin  Serena Sievers Zuletzt aktualisiert: 19.06.2026

Eine SLAP-Läsion ist ein Riss der oberen Gelenklippe in der Schulter, genau dort, wo die lange Bizepssehne ansetzt. Sie kann nach einem Sturz, einem kräftigen Zug am Arm oder durch jahrelange Überkopfbelastung entstehen und macht sich oft durch tief sitzende Schulterschmerzen und ein Klicken bemerkbar. Betroffen sind besonders Menschen, die viel über Kopf arbeiten oder Wurf- und Überkopfsport treiben, aber auch nach einem einzelnen Unfall kann sie auftreten. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen in Ruhe, was bei einer SLAP-Läsion im Gelenk passiert, wie sie sich bemerkbar macht und warum eine gezielte Physiotherapie häufig der erste und entscheidende Behandlungsschritt ist.

Schmerzbereiche – SLAP-Läsion (Riss der Gelenklippe an der Schulter)

Was ist eine SLAP-Läsion?

Die Schulter ist ein sehr bewegliches Gelenk, in dem ein großer Oberarmkopf in einer flachen, eher kleinen Gelenkpfanne liegt. Damit dieser Kopf nicht zu leicht herausrutscht, ist die Pfanne von einem Ring aus Faserknorpel umgeben, der Gelenklippe oder fachlich Labrum genannt wird. Diese Gelenklippe vertieft die Pfanne, vergrößert die Auflagefläche und trägt so wesentlich zur Stabilität der Schulter bei[1][2].

Am oberen Rand der Gelenklippe setzt zusätzlich eine der beiden Sehnen des Bizepsmuskels an, die sogenannte lange Bizepssehne[1]. Genau dieser obere Bereich ist bei einer SLAP-Läsion betroffen. Die Abkürzung SLAP steht für „superiores Labrum von anterior nach posterior", also für einen Riss der oberen Gelenklippe, der von vorne nach hinten am Ansatz der Bizepssehne verläuft[1].

Eine SLAP-Läsion ist damit eine bestimmte Form der Labrumverletzung. Reißt die Gelenklippe ein, kann sich ein Teil von ihr lösen und im Gelenk stören, was Schmerzen, ein Reiben oder ein Blockadegefühl auslösen kann. Wie ausgeprägt die Beschwerden sind, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Serena Sievers
Praxisinhaberin & Physiotherapeutin · Forchheim
Verfasst und fachlich geprüft von Serena Sievers
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Wie eine SLAP-Läsion entsteht

Eine SLAP-Läsion kann plötzlich durch einen Unfall entstehen. Typische Auslöser sind ein Sturz auf den ausgestreckten Arm, ein kräftiger ruckartiger Zug am Arm oder eine schnelle, unkontrollierte Überkopfbewegung[1][3]. Auch eine Verrenkung der Schulter kann die Gelenklippe schädigen.

Häufig entsteht der Schaden aber nicht auf einen Schlag, sondern allmählich durch immer wiederkehrende Belastung. Besonders betroffen sind Menschen, die viel über Kopf arbeiten oder Wurf- und Überkopfsport betreiben, etwa beim Werfen, beim Tennis oder beim Gewichtheben. Dabei wirken immer wieder große Zug- und Drehkräfte auf den Ansatz der Bizepssehne, die das Gewebe mit der Zeit überlasten[1][3].

Hinzu kommt der ganz normale Verschleiß. Mit den Jahren wird die Gelenklippe weniger elastisch und kann leichter ausfransen oder einreißen. Bei Menschen jenseits des 30. bis 40. Lebensjahres gilt ein gewisser Verschleiß der oberen Gelenklippe als normaler Bestandteil des Alterns und verursacht nicht zwangsläufig Beschwerden[1].

Welche Beschwerden typisch sind

Das wohl häufigste Zeichen ist ein tief in der Schulter sitzender Schmerz, der sich oft schwer genau lokalisieren lässt. Viele Betroffene beschreiben, dass der Schmerz vor allem bei Bewegung zunimmt, zum Beispiel beim Werfen oder beim Anheben des Arms über den Kopf[2][3].

Charakteristisch sind außerdem mechanische Beschwerden. Dazu gehören ein hörbares oder spürbares Klicken, Knacken oder Schnappen sowie das Gefühl, dass die Schulter einklemmt, hakt oder kurz blockiert[1][3]. Manche Menschen haben zusätzlich das unsichere Gefühl, die Schulter könnte herausspringen[1].

Häufig kommt es auch zu einem Kraftverlust und zu Schmerzen, sobald der Arm über Kopf bewegt oder belastet wird, etwa beim Heben von Gegenständen[1]. Gerade Sportlerinnen und Sportler bemerken oft zuerst, dass die gewohnte Wurf- oder Schlagbewegung an Kraft und Genauigkeit verliert. Solche Beschwerden können auch andere Ursachen haben, weshalb eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Wie die Diagnose gestellt wird

Am Anfang steht das ärztliche Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Dabei werden Beweglichkeit, Kraft und Stabilität der Schulter geprüft, und mit bestimmten Bewegungstests lässt sich der Verdacht auf eine Verletzung der oberen Gelenklippe einkreisen[1].

Da die Gelenklippe aus Weichteilgewebe besteht, ist sie auf einem normalen Röntgenbild nicht zu sehen. Aussagekräftiger ist eine Magnetresonanztomografie (MRT). Um einen Riss der Gelenklippe besser darzustellen, wird häufig eine spezielle Form, die MR-Arthrografie, eingesetzt, bei der zuvor ein Kontrastmittel in das Gelenk gegeben wird[1][3].

Wichtig ist, das Bild der Untersuchung immer zusammen mit Ihren Beschwerden zu beurteilen. Denn Veränderungen der Gelenklippe lassen sich gerade mit zunehmendem Alter häufig nachweisen, ohne dass sie zwingend die Ursache der Schmerzen sein müssen[1]. Die Einordnung übernimmt Ihr Ärzteteam.

Wie eine SLAP-Läsion behandelt wird

In den meisten Fällen wird zunächst ohne Operation behandelt[1]. Im Vordergrund stehen eine vorübergehende Entlastung, das Vermeiden besonders schmerzhafter Überkopfbelastungen und vor allem eine gezielte Physiotherapie. Bei Bedarf können ärztlich verordnete entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente die ersten Wochen unterstützen.

Kern der konservativen Behandlung ist ein schrittweiser Aufbau der schulterführenden Muskulatur. Trainiert werden vor allem die Rotatorenmanschette, also die tiefe Muskelhülle, die den Oberarmkopf in der Pfanne zentriert, sowie die Muskeln, die das Schulterblatt führen und stabilisieren[1][3]. Ziel ist es, die Schulter so zu stabilisieren, dass sie trotz der Verletzung möglichst beschwerdearm und belastbar wird. Ergänzt wird dies durch Übungen für Beweglichkeit und Koordination[1].

Erst wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über längere Zeit bestehen bleiben, kommt eine Operation in Betracht[1][3]. Dabei wird meist in einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) der geschädigte Teil der Gelenklippe geglättet oder der Riss wieder befestigt[1]. Welcher Weg für Sie sinnvoll ist, hängt von Befund, Alter, Aktivität und Ihren persönlichen Zielen ab und wird gemeinsam mit Ihrem Ärzteteam entschieden.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Schulterschmerzen über mehrere Wochen anhalten, immer wiederkehren oder sich verschlimmern, wenn die Kraft im Arm spürbar nachlässt oder wenn Sie Ihren Sport und Alltag deutlich einschränken müssen. Auch ein wiederkehrendes Klicken, Blockieren oder ein Gefühl von Instabilität sollten Sie untersuchen lassen.

Rascher ärztlicher Rat ist angebracht, wenn die Beschwerden unmittelbar nach einem Sturz, einem Unfall oder einer Verrenkung der Schulter auftreten, besonders bei starken Schmerzen, einer sichtbaren Fehlstellung oder einer plötzlichen, deutlichen Bewegungseinschränkung.

Bitte verstehen Sie diese Hinweise als Orientierung und nicht als Ersatz für eine ärztliche Untersuchung. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu früh abklären lassen als eine ernstere Verletzung zu übersehen. Eine frühzeitige Einordnung hilft, die für Sie passende Behandlung zu finden.

Was Sie selbst tun können

Vieles, was Ihre Schulter entlastet, liegt in Ihrem Alltag. Der wichtigste Hebel ist, die Strukturen am Ansatz der Bizepssehne vorerst nicht ständig zu reizen. Reduzieren Sie deshalb zunächst alle Tätigkeiten, die die Schulter stark fordern, allen voran Über-Kopf-Bewegungen, kräftige Wurf- und Schlagbewegungen und das Abstützen mit dem gestreckten Arm. Auch beim Sport gilt es, ruckartige Zug- und Stützbelastungen eine Zeit lang zu meiden. Achten Sie selbst darauf, welche Bewegungen Ihre Beschwerden auslösen, und nehmen Sie genau diese vorübergehend aus Ihrem Tagesablauf heraus.

Für die Nacht hilft ein einfacher Grundsatz: Schlafen Sie möglichst nicht direkt auf der betroffenen Schulter, das entlastet das Gelenk über die Stunden im Bett spürbar. Ein kleines Kissen unter dem Arm kann die Liegeposition angenehmer machen und den nächtlichen Druck auf die Schulter mindern. Schon solche kleinen Anpassungen reichen bei vielen Betroffenen aus, um den Schmerz in der Nacht und das morgendliche Anlaufen zu verringern.

Im Alltag lohnt sich außerdem ein Blick auf die Haltung. Achten Sie auf eine stabile, leicht zurückgenommene Schulterblattposition, gerade wenn Sie etwas heben oder tragen, denn das nimmt Spannung von der Gelenkstruktur. Verteilen Sie Lasten lieber auf beide Arme und führen Sie sie nah am Körper, statt sie weit nach vorne oder über Kopf zu strecken. Bleiben Sie dabei stets im schmerzfreien Bereich: Bewegung tut der Schulter gut, aber sie sollte nicht in den Schmerz hineingehen.

Genauso wichtig wie das Entlasten ist, die Schulter nicht dauerhaft zu schonen. Bauen Sie die Belastung nach der ersten Reizphase schrittweise und kontrolliert wieder auf, statt rasch zu Ihren alten Bewegungsmengen zurückzukehren. Halten Sie die Schulter beweglich, ohne sie zu überfordern, und steigern Sie lieber langsam und regelmäßig als in einzelnen Kraftakten. Den nachhaltigsten Nutzen bringt eine gezielt gekräftigte, schulterführende Muskulatur, die den Oberarmkopf zentriert und das Schulterblatt stabilisiert. Welche einfachen Übungen Sie dafür zu Hause langsam und dosiert beginnen können, sehen Sie gleich im Anschluss.

Übungen für zu Hause

Sanft, sicher und meist ganz ohne Geräte — von Serena Sievers ausgewählt.

Wie ich Sie in der Physiotherapie begleite

In meiner Praxis in Forchheim nehme ich mir zuerst Zeit, Ihre Beschwerden und Ihren Alltag zu verstehen. Gemeinsam schauen wir, welche Bewegungen Probleme machen und wo wir ansetzen, und stimmen das Vorgehen auf Ihre Ziele ab, sei es ein schmerzarmer Alltag oder die Rückkehr zu Ihrem Sport.

Im Mittelpunkt steht ein behutsamer, gut dosierter Aufbau der schulterstabilisierenden Muskulatur. Wir kräftigen Schritt für Schritt die Rotatorenmanschette und die Muskeln rund um das Schulterblatt, verbessern Beweglichkeit und Körperwahrnehmung und üben Bewegungsabläufe, die Ihre Schulter im Alltag entlasten. Ergänzend können Techniken der Manuellen Therapie helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.

Ein bestimmtes Ergebnis kann ich Ihnen nicht versprechen, denn jeder Heilungsverlauf ist anders. Ich begleite Sie aber verlässlich, passe die Übungen immer wieder an Ihren Fortschritt an und arbeite bei Bedarf eng mit Ihrem Ärzteteam zusammen. Mein Anliegen ist, dass Sie sich in Ihrer Schulter wieder sicherer fühlen und die Übungen langfristig in Ihren Alltag mitnehmen können.

Das rät Serena Sievers

Mein wichtigster Rat: Geben Sie Ihrer Schulter Zeit und bleiben Sie trotzdem in Bewegung, denn ein gezielter, dosierter Muskelaufbau ist bei einer SLAP-Läsion oft der entscheidende Schritt. Steigern Sie die Belastung lieber langsam und regelmäßig als in einzelnen Kraftakten, und vermeiden Sie vorerst die Überkopfbewegungen, die Ihnen besonders wehtun. Sprechen Sie Unsicherheiten offen an, statt sie auszuhalten. Bitte beachten Sie aber: Treten Ihre Schulterbeschwerden direkt nach einem Sturz oder Unfall auf, kommen starke Schmerzen, eine sichtbare Fehlstellung oder eine plötzliche, deutliche Bewegungseinschränkung hinzu, oder lässt die Kraft im Arm rasch nach, dann warten Sie nicht ab, sondern lassen Sie dies zeitnah ärztlich abklären.

Häufige Fragen

Ist eine SLAP-Läsion dasselbe wie ein Bizepssehnenriss?

Nein. Bei einer SLAP-Läsion reißt die obere Gelenklippe an der Stelle, an der die lange Bizepssehne ansetzt. Die Sehne selbst ist dabei nicht zwangsläufig durchgerissen. Beide Verletzungen können zusammen auftreten, sind aber nicht dasselbe und werden ärztlich unterschieden.

Muss eine SLAP-Läsion immer operiert werden?

Nein. In den meisten Fällen wird zuerst ohne Operation behandelt, vor allem mit gezielter Physiotherapie. Eine Operation kommt eher dann in Betracht, wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über längere Zeit bestehen bleiben. Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrem Ärzteteam.

Kann ich mit einer SLAP-Läsion weiter Sport machen?

Das hängt von Ihren Beschwerden und der Sportart ab. Überkopf- und Wurfbelastungen sind oft besonders schmerzhaft und sollten zunächst angepasst werden. Viele Menschen kehren nach gezieltem Training schrittweise zu ihrer Aktivität zurück. Besprechen Sie das Tempo am besten individuell mit Ihrem Behandlungsteam.

Wie lange dauert es, bis sich die Schulter erholt?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt unter anderem vom Befund, vom Alter und von der Belastung ab. Eine konservative Behandlung mit Physiotherapie braucht in der Regel Geduld über mehrere Wochen. Wichtiger als ein einzelnes Training ist, dass Sie die Übungen über die Zeit regelmäßig und konsequent durchführen.

Gibt es Übungen, die ich zu Hause machen kann?

Ja. Für Ihre Beschwerden habe ich eine Auswahl sanfter Übungen zusammengestellt, die Sie sicher zu Hause durchführen können — meist ganz ohne Geräte. Jede Übung hat eine eigene, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Hinweisen, worauf Sie achten sollten. Beginnen Sie behutsam und im schmerzfreien Bereich:

Serena Sievers
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Praxisinhaberin und erfahrene Expertin für Physiotherapie in Forchheim. Sie verfasst und prüft die Fachbeiträge dieser Website persönlich — für verständliche, sorgfältig recherchierte Gesundheitsinformationen. Mehr über Serena Sievers →

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder direkt an uns.

Quellen
  1. AAOS OrthoInfo: SLAP Tears (American Academy of Orthopaedic Surgeons)
  2. MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Riss der Gelenklippe
  3. MSD Manual, Profi-Ausgabe: Riss des Labrum glenoidale